Antworten zu häufig gestellten Fragen

1. Allgemeine Fragen
2. Fragen zur Alexander-Technik
3. Fragen zu Augen und Sehen

1. Allgemeine Fragen

Frage: Wieviele Stunden Alexander-Technik oder Sehtraining muss ich nehmen, um einen nachhaltigen Erfolg zu haben?

Antwort: Meistens können Sie Veränderungen schon in der ersten Unterrichtsstunde beobachten, und manche ungünstigen Gewohnheiten lassen sich sehr schnell ablegen. Nachhaltige Veränderungen in Haltung und Bewegung, in Ihrem Sehen und Denken benötigen jedoch Zeit und das Sammeln von Erfahrungen. Das Ziel des Unterrichtes ist es, den Schüler zu befähigen, die Prinzipien selbständig im Alltag anzuwenden. Um diesem Ziel näher zu kommen, benötigen wir meistens eine ganze Anzahl von Unterrichtsstunden. Wie weit Sie jedoch gehen wollen, hängt ganz von Ihren persönlichen Zielsetzungen ab. Alexander-Technik und bewusstes Sehen kann Sie durch Ihr ganzes Leben begleiten, daher ist es auch häufig hilfreich, von Zeit zu Zeit Unterricht zum Auffrischen zu nehmen.


Frage: Werde ich die neuen Bewegungs- und Sehgewohnheiten nach einiger Zeit automatisch benutzen?

Antwort: Die im Unterricht erlernten neuen Bewegungs-, Denk- und Sehgewohnheiten werden mit der Zeit immer leichter zur Verfügung stehen und wir können uns in vielen Situationen auch ohne bewusstes Zutun auf sie verlassen. Gleichzeitig lernen wir in der Alexander-Technik, unseren alltäglichen Aktivitäten mit mehr Bewusstsein und Achtsamkeit nachzugehen. Das kann uns helfen, auch dann nicht in die alten Gewohnheiten zurückzufallen, wenn wir etwas unter Zeitdruck oder unter starken äußeren Anforderungen erledigen wollen, oder wenn wir aufgeregt oder sehr müde sind. Zu starkes Fokussieren auf das Endergebnis, aber auch geistige Abwesenheit und wandernde Gedanken lassen uns sehr leicht in die alten und ungünstigen Gewohnheiten zurückfallen. Hier hilft nur das innerliche Innehalten und das Erneuern unserer gedanklichen Selbstanweisungen um zu Wachheit und Koordination zurückzukehren. Mit der Zeit wird diese Rückkehr allerdings sehr viel einfacher werden.


2. Fragen zur Alexander-Technik

Frage: Ist Alexander-Technik ähnlich wie die Feldenkrais-Methode?

Antwort: Zwischen Alexander-Technik und der Feldenkrais-Methode gibt es viele Bezüge. In beiden Methoden spielt der Zusammenhang von Denken und Bewegen eine grundlegende Rolle. Der Aspekt der mentalen Selbststeuerung, inneren Aufrichtung und der Gesamtkoordination ist in der Alexander-Technik jedoch stärker ausgeprägt.


Frage: Ist Alexander-Technik eine Alternative zu Yoga?

Antwort: Nein, Alexander-Technik und Yoga sind nicht Alternativen. Vielmehr unterstützt die Ausrichtung und das Körperbewusstsein, das in der Alexander-Technik gelernt wird, die Ausübung von Yoga, wie auch von Bewegungskünsten wie Tai-Chi, Qigong oder Aikido. In all diesen Disziplinen ermöglicht die Alexander-Technik, diese Bewegungen mit einer tieferen Qualität von Leichtigkeit und Koordination auszuführen.


Frage: Wie sehen Sie das Verhältnis von Alexander-Technik und Krafttraining?

Antwort: Gesundheitsorientiertes Krafttraining, also der Muskelaufbau mit Hilfe von Gewichten, meistens in einem geeigneten Studio mit Geräten, die zum Stärken der unterschiedlichen Bewegungsmuskeln geeignet sind, hat mehrere positive Wirkungen auf die körperliche Verfassung, u.a. auch auf den Hormonhaushalt. Kraft alleine verbessert jedoch nicht die Körperkoordination und innere Balance, wie wir leicht an Gang und Haltung von Menschen sehen können, die regelmäßig ins Fitness-Studio gehen. Ungünstige Gewohnheiten im Körpergebrauch verschwinden mit dem Krafttraining nicht, sondern werden durch dieses eher noch verstärkt. In der Alexander-Technik lernen Sie eine ausgeglichene Körper-Koordination, die es Ihnen ermöglicht, auch Übungen an Trainingsgeräten mit einer hohen Qualität, aber auch mit mehr Spaß auszuüben. Ein Grund liegt auch darin, dass Sie im Alexander-Unterricht lernen, nur diejenigen Muskeln zu benutzen, die für eine Bewegung benötigt werden. Gerade das aber ist entscheidend für ein erfolgreiches Trainieren einzelner Muskeln oder Muskelgruppen. Auch befähigt Sie die Alexander-Technik, Muskeln nach einer starken Anspannung wieder loszulassen und schnell zu einem Zustand angepasster Muskelspannung zurückzukehren. Wenn Sie Ihr Muskeltraining mit Achtsamkeit und Bewusstheit angehen, kann es zu einer meditativen Praxis werden.


Frage: Gibt es in der Alexander-Technik unterschiedliche Richtungen oder Stile?

Antwort: Sie werden Alexander-Lehrer finden, bei denen die Worte und die Selbstbeobachtung eine sehr große Rolle spielen, und Sie werden andere finden, die Sie hauptsächlich mit ihren kundigen Händen anleiten. Trotz dieser unterschiedlichen Unterrichtsstile findet sich immer eine grundlegende Gemeinsamkeit, die sich um die Aktivierung und Kultivierung der Gesamtkoordination dreht. Wichtiger als die unterschiedlichen Stile ist die Frage, ob Sie sich bei einem Lehrer wohlfühlen. Sollte dies nicht der Fall sein, ist es wahrscheinlich Zeit, einen neuen zu suchen.


3. Fragen zu Augen und Sehen

Frage: Ist es wichtig, an sonnigen Tagen eine Sonnenbrille zu tragen?

Antwort: Gesunde Augen können sich an die unterschiedlichsten Lichtverhältnisse anpassen. Sonnenbrillen sind eigentlich nur sinnvoll in Extremsituationen, wie z.B. beim Segeln oder bei einer Gletscherwanderung. In vielen anderen Situationen genügt es, zur Beschattung der Augen einen Sonnenhut, z.B. eine Baseballkappe, zu tragen, mit der die Augen vor zu starkem Lichteinfall geschützt werden. Auf diese Weise erleben wir das natürliche Farbspektrum in der Umwelt, ohne dass es durch Sonnenschutzgläser verändert und abgeschwächt wird. Für unsere Augen, insbesondere für die Netzhaut, wirkt das Erlebnis der unveränderten Farbenvielfalt in der Umwelt wie ein heilsames Bad. Diese Wirkung ist umso größer, je lebendiger und entspannter unsere Netzhaut und unsere Augen sind. Regelmäßiges Sonnenbaden der Augen, natürlich mit geschlossenen Lidern, möglichst im Wechsel mit dem Abschirmen der Augen mit den Händen (auch Palmieren oder Dunkelerholung genannt) belebt die Netzhaut und hilft auch, eine Lichtempfindlichkeit zu vermindern.


Frage: Mein Augenarzt hat mir gesagt, dass bei mir ein Risiko zu einer Netzhautablösung bestehe. Was könnte ich in dieser Situation tun?

Antwort: Netzhautablösungen, aber auch Erscheinungen wie Lichteffekte im Augeninneren entstehen häufig dadurch, dass der Glaskörper an der Netzhaut zieht, manchmal auch durch andere Arten des Drucks auf die sehr empfindliche Netzhaut. Wir können lernen, diese innere Spannung in den Augen zu vermeiden und abzubauen und dadurch der Gefahr einer Netzhautablösung wirksam vorbeugen.


Frage: Ist es möglich, durch Sehtraining die Brille überflüssig zu machen?

Antwort: Es gibt Menschen, bei denen sich durch einen bewussten Umgang mit ihrem Sehen weitreichende Veränderungen in ihrer Sehkraft ergeben haben. Lesen Sie zum Beispiel das Buch von Peter Grunwald EyeBody, in dem der Autor seinen Weg von einer Kurzsichtigkeit mit -10 Dioptrien zum normalen, guten Sehen ohne Brille schildert. Eine solche Veränderung ist also im Prinzip möglich. Nach meiner Beobachtung kann sie jedoch nicht einfach durch willentliches Bemühen herbeigeführt werden. Sehtraining bzw. der bewusste Umgang mit unserem Sehen hat viele positive Auswirkungen auf unsere Augen, unser Denken und Fühlen. Es ist daher in jedem Falle empfehlenswert. Wichtiger als das Ziel, völlig auf die Brille verzichten zu können, erscheint mir das Ziel, bewusst mit Sehhilfen wie der Brille umzugehen, d.h. die Brille nur dann zu tragen, wenn sie wirklich notwendig ist.